Mathematik am Wasser, 5./6. Klassen Dorf und Ebnet, SJ 19/20
Mathematik: Grössen am Wasser
Für einmal wurde die Umgebung der Kleinen Emme zum Lernort für Mathematik. In verschiedenen Gruppen wurde zum Thema Grössen geschätzt, gerechnet, experimentiert und gestaltet mit dem Ziel, das vorhandene Wissen anzuwenden und zu vertiefen sowie mit Spass ein mathematisches Problem zu lösen.
Am Dienstag, 15. Oktober 2019 um 11.30 Uhr trafen sich die Kinder der fünften und sechsten Klassen im Schulhaus Pfrundmatt. Alle stärkten sich für den Nachmittag mit einem Picknick aus dem Rucksack und machten sich anschliessend auf den Weg an die Kleine Emme. In klassenübergreifenden Gruppen wurde zu folgenden Themen gearbeitet: Gewichte, Längen, Hohlmasse und Fliessgeschwindigkeit.
Gewichte
An diesem Posten ging es darum, Gewichte zu schätzen. Alle machten sich auf die Suche nach zwei Steinen, die möglichst das Gewicht von 3.5 Kilogramm aufwiesen. Diese Aufgabe war nicht so einfach. Einige Steine waren viel zu schwer, andere zu leicht. Mit der Zeit entwickelten die Kinder das Gefühl für Gewichte und einige kamen zum Teil sehr nahe an das vorgegebene Gewicht heran. Die gefundenen Steine wurden gruppenweise auf einem Haufen gesammelt. Die Schülerinnen und Schüler stellten fest, dass es für 100 Kilogramm Steine mengenmässig nicht viele braucht und dass auch kleine Steine schon sehr schwer sein können.
Längen
Wer findet in der Natur Gegenstände (Äste, Blätter, Steine usw.), die 5, 10, 50, 100 cm lang sind? Diese Gegenstände wurden in der Umgebung gesucht, der Grösse nach geordnet und die Ergebnisse in einer Tabelle aufgelistet. In einem weiteren Auftrag wurden mit diesen Gegenständen Kunstwerke gestaltet, die eine vorgegebene Gesamtlänge (z.B. fünf Meter) aufwiesen.
Hohlmasse
Verschiedene Gefässe wurden mit Wasser gefüllt und der Inhalt geschätzt. Die Schätzung konnte mit zwei Bechern à 1.5 und 4.5 Dezilitern überprüft werden. Eine etwas anspruchsvollere Aufgabe bestand darin, das Volumen eines Steins zu schätzen und eine Möglichkeit herauszufinden, wie die Annahme überprüft werden kann.
Fliessgeschwindigkeit
Während 30 Minuten hatten die Schülerinnen und Schüler den Auftrag, aus Materialien der Umgebung ein schwimmendes Objekt zu basteln. Zusätzlich standen ihnen Schere, Schnur und Kabelbinder zur Verfügung. Nachdem sie ihr Objekt auf Schwimmtauglichkeit getestet hatten, stoppten die Kinder Zeit, um zu sehen wie lange ihr Objekt für eine bestimmte Strecke auf dem Fluss braucht. Es waren mehrere Versuche nötig, da sich die Objekte nicht immer den direkten Weg suchten, manche blieben stecken oder trieben sogar flussabwärts davon. In einem dritten Schritt wurde die Fliessgeschwindigkeit ausgerechnet, zuerst in Meter pro Sekunde, dann in Kilometer pro Stunde.
Trotz des einsetzenden Regens waren die Gruppen konzentriert, aktiv und motiviert bei der Sache. Es herrschte eine positive Grundstimmung und die meisten Kinder waren überzeugt, etwas Neues gelernt zu haben – ganz nach dem Jahresmotto «voneinander – miteinander».
Bericht und Fotos: Astrid Suter Haas, Fachlehrperson Pfrundmatt